
Olaf Knickrehm (Geschäftsführer Passader Backhaus) im Gespräch mit Frau Dr. Heiderose Hansen (ehrenamtliche Ärztin der Einrichtung Praxis ohne Grenzen in Preetz)
Keine Versichertenkarte aber gesundheitliche Beschwerden, wohin ?!
In Preetz haben Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen keine gültige Krankenversicherung haben, eine Anlaufstelle, die „Praxis ohne Grenzen“ der Diakonie Segeberg-Plön im Haus der Diakonie Am Alten Amtsgericht 5.
Seit 2012 kümmern sich dort ehrenamtliche Ärztinnen und Ärzte sowie Assistenzkräfte jeweils am Mittwochnachmittag um kranke Menschen.
Sie behandeln die Patienten vor Ort, wenn das möglich ist. Bei größeren Problemen werden die Patienten an Fachärzte weitergeleitet.
Mit dem weiterbehandelnden Arzt wird dann besprochen, welche Maßnahmen notwendig werden könnten. Die entstehenden Kosten für die erforderlichen medizinischen Leistungen sowie Medikamente übernimmt die „Praxis ohne Grenzen“.
Bei akutem Bedarf der Hilfebedürftigen vermittelt die „Praxis ohne Grenzen“ auch Zahnbehandlungen oder Klinikaufenthalte.
Die fünf ÄrztInnen und sieben Assistenzkräfte versorgen ca. 80 Patienten pro Jahr, die meist in Einzelfällen aber teilweise auch regelmäßig medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.
„Wir haben uns ein tragfähiges Netzwerk aus kooperierenden Facharztkolleginnen und -kollegen, Apotheken und Kliniken aufgebaut, die sehr entgegenkommend der „Praxis ohne Grenzen“ gegenüber sind.
Sie leisten in der Regel auch einen solidarischen Beitrag, indem sie auf einen Teil der eigentlich zu veranschlagenden Kosten verzichten“, sagt Dr. Heiderose Hansen.
Sie ist Allgemeinärztin im Ruhestand und gehört von Beginn an zum Ärzteteam der „Praxis ohne Grenzen“.
„Da wir uns komplett über Spenden finanzieren, leben wir von der Hand in den Mund.
Wir verschaffen den Patienten die jeweils notwendige Grundversorgung, das kann aber auch mal ein teurer Krankenhausaufenthalt sein.
So ist das Budget immer knapp, doch hat sich bisher in den meisten Fällen ein Türchen aufgetan, um das Notwendige auch finanzieren zu können“, erläutert die engagierte Ärztin.
„Ein Großteil unserer Arbeit besteht darin, nach der Untersuchung eines Patienten telefonisch mit dem richtigen Arzt die richtige Maßnahme zu finden und dabei immer auch den Kostenrahmen abzusprechen.
Die Spende des Passader Backhauses in Höhe von 1.000 € ist auch so ein Türchen, das dazu beiträgt, Hilfesuchenden unbürokratisch die Teilhabe an der Gesundheitsversorgung zu gewähren.
Mehr über die Einrichtung „Praxis ohne Grenzen“ finden Sie unter https://www.praxisohnegrenzen.de/praxis-ohne-grenzen/
Weitere Zuwendungen sind sehr willkommen.