
Woran erkennt man auf den ersten Blick einen ökologisch bewirtschafteten Acker?
An den geschlossenen Pflanzenbeständen ohne die im konventionellen Ackerbau üblichen Fahrgassen, in denen die Traktoren fahren, wenn die Felder gedüngt oder gespritzt werden
Ökologisch bewirtschaftete Flächen liegen nicht unter einer schützenden Glocke, sondern sind wie alle Ackerflächen einem möglichen Befall, z.B. mit Pilzen oder Schadinsekten, ausgesetzt.
Alle „Mitesser“ schwächen die Pflanzen und mindern den Ertrag. Das kann sich auch der Ökolandbau nicht leisten. Aber es gibt neben dem chemischen Pflanzenschutz andere Möglichkeiten, die Pflanzen gesund und ertragfähig zu halten. Viele Organismen schädigen erst dann die Kulturpflanzen, wenn auf dem Acker die Lebensgrundlagen für Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen gestört sind.
So fressen bei ungenügender Humusversorgung des Bodens bestimmte bodenlebende Fadenwürmer an den Wurzeln der Kulturpflanzen, die dadurch geschwächt werden und weniger ährentragende Halme ausbilden.
In Folge einer zu engen Fruchtfolge treten Getreideährenpilze, z.B. Flugbrand, auf, weil sich die Pilzsporen im Boden anreichern.
Diese genannten und andere mögliche Schadorganismen befallen oft nur eine einzige Kulturpflanzenart und sind damit eine Gefahr für Monokulturen.
Vielfalt macht stark
Natürliche Pflanzenbestände bestehen aus unzähligen Einzelpflanzen, die individuell mehr oder weniger empfindlich auf Pilze oder Schadorganismen reagieren – so ist es grundsätzlich auch bei Getreidearten.
Der Ökolandbau macht sich genau diese gegebenen Voraussetzungen zu Nutze.
Im Ökolandbau ist eine weite Fruchtfolge üblich, d.h. die einzelnen, im jährlichen Wechsel angebauten Feldfrüchte kehren erst nach mehreren Jahren wieder auf dieselbe Ackerfläche zurück. Dies vermindert den Befall der Kulturen mit artspezifischen Pflanzenkrankheiten, da die Erreger in der Zeit, die sie ohne ihren Wirt ausharren müssen, „ausgehungert“ werden. So werden die Infektionswege unterbrochen.
Die im Ökolandbau verwendeten Getreidesorten sind in der Regel heterogen aufgebaut und weisen damit eine große genetische Vielfalt auf. Daher wird bei Schädlingsbefall nie der komplette Bestand geschädigt und die verbleibenden Pflanzen bringen noch einen – wenn auch geringeren – Ertrag.
Positive Wirkungen für die Region
Der bewusste Verzicht auf chemische Pflanzenschutz und synthetische Düngemitteln im Ökolandbau bringt neben der Erzeugung schadstoffarmer Lebensmittel weitere Vorteile mit sich: Von ökologisch bewirtschafteten Äckern geht beispielsweise kein Eintrag von Pestiziden ins Grundwasser aus und das kommt in Form von sauberem Trinkwasser den Menschen einer ganzen Region zugute.
Somit ist unser „Bestes Brot direkt vom Hof“ auch ein kleiner Beitrag für die Lebensqualität unserer Region.